Ab der Renaissance ist das Rhonetal in den Chroniken und Reiseberichten von zahlreichen Autoren beschrieben. Sie erwähnen das ausserordentlichen Klima, die fruchtbaren Böden, die Vielfalt der Kulturen und die Qualität der Weine. Sie betonen nachdrücklich den beeindruckenden Kontrast zwischen der furchterregenden und wilden Bergwelt und den sonnigen und malerischen Kulturlandschaften in der Talebene. Die Reben, die sich mit grosszügigen Ranken und in sanften Farbtönen an den Abhängen klammern, versinnbildlichen den Sieg der Menschheit über die Natur, der Ordnung über das Chaos. Der Wein zeugt vom südlichen Charakter des Landes: Er ist stark, kräftig und köstlich zum Trinken, er gleicht den dunklen und gerbstoffhaltigen Crus aus Spanien. Während ihrer Reisen durch die Alpen trinken die Reisenden den Walliser Wein mit Hochgenuss. Sie finden ihn gut, ja sogar ausgezeichnet. Sie bevorzugen den Muskat wegen seines fruchtigen Geschmacks. Manchmal stellen sie auch den dichten und schweren Charakter der Rotweine fest.
Wein ist weit mehr als nur ein Getränk. Er ist Grundlebensmittel und Freudenspender zugleich. Man geniesst ihn bei religiösen und gemeinschaftlichen Feiern. Die Bergbewohner trinken ihn mit Vernunft und handeln mit ihm (1).
Quelle: Histoire de la Vigne et du Vin en Valais, «La vigne et le vin dans les récits des voyageurs, de la Renaissance à la fin du XIXe siècle» von Sylvie Arlettaz, Geographin.
(1) Siehe Bourrit, 1787, in Pitteloud, 2005, Seite. 153 erwähnt ; Töpffer, 1877, in Pitteloud, 2005, Seite. 297 erwähnt ; Schiner, 1812, Seiten 395-396,480-481, 503.
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